WENN ES ANDERS KOMMT ...
Die BIG e.V. ist eine 1988 gegründete
Selbsthilfegruppe von betroffenen Eltern, die eines
Tages vor der Lebenssituation standen, aufgrund
fehlerhafter Geburtshilfe und Nachsorge, ein behindertes
Kind zu haben.
Bei vielen Eltern löst die Mitteilung, dass ihr Kind behindert ist, Unsicherheit und Sorge aus. Die Frage,
"Warum ist mein Kind behindert?
beschäftigt die Eltern sofort.
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Den behandelnden Ärztinnen und Ärzten fällt es oft schwer, Eltern mit dieser Diagnose konfrontieren zu müssen. Um sowohl Familien als auch die Ärzteschaft in dieser Situation zu unterstützen, hat die BIG e.V. gemeinsam mit Geburtshelfern, Hebammen und Juristen
Fragen zu den immer wiederkehrenden Schädigungsmechanismen, der Art und Umfang von Behinderungen durch Geburtshilfeschäden und über dies hinaus auch
Informationen für das Leben mit einem behinderten Kind und den therapeutischen Möglichkeiten zusammengestellt.
Diese sind ab sofort in unserem Internetportal auszugsweise einsehbar und können als Broschüre im Büro in Stadthagen angefordert werden. Die BIG e.V. möchte als Ratgeber unter anderem über Hilfsangebote und Beratungsstellen umfassend informieren.
Wenn ein Kind krank ist oder eine Behinderung hat, benötigen Eltern über therapeutische Angebote hinaus Informationen zu Rechtsfragen, zu finanziellen Hilfen, zu Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen, Fördereinrichtungen und Ähnlichem. Zur Unterstützung im Alltag hat die BIG e.V. deshalb dieses Informationsangebot mit vielen engagierten Mitgliedern für betroffene Eltern zusammen getragen.
Grußwort
von Karl Finke
Behindertenbeauftragter des Landes Niedersachsen
Hauptsache es ist gesund - und was, wenn nicht ?
Schwangerschaft und die Geburt eines Kindes vermitteln Eltern einzigartige, in der Regel positive Erfahrungen. Das Heranwachsen des Kindes im Mutterleib und seine Geburt werden oft, jedenfalls dann, wenn alles komplikationslos verläuft, als "kleines Wunder" empfunden. Nach geglückter Geburt bekommen Eltern häufig von Gratulanten den Satz "Hauptsache es ist gesund" zu hören.
Was aber, wenn das Kind nicht gesund, sondern mit einer Behinderung geboren wurde?!
Eltern stehen unter Schock. Die sonst so positiv auf das "freudige Ereignis" reagierende Umwelt schreckt zurück, vermeidet schlimmstenfalls den Kontakt zu der betroffenen Familie.
Trotz, manchmal auch wegen hochentwickelter Medizintechnologie ist und bleibt die Geburt eines Kindes risikobehaftet.
Sieben Prozent aller Neugeborenen kommen behindert zur Welt. Diese Behinderungen entstehen durch Schäden, die bei der Geburt eintreten, die mit einer zu frühen Geburt zusammenhängen, als auch erbliche Krankheiten oder im Laufe der Schwangerschaft eingetretene Schädigungen Die moderne Fortpflanzungs- und Geburtsmedizin entwickelt eine Dynamik, die Frauen eher als Gebärumfeld und Objekt betrachtet, als auf ihre Interessen und Bedürfnisse als selbstbewußt handelnde und entscheidende Personen Rücksicht zu nehmen.
Den Grundsatz von der BIG e.V.
"Frauen sollen nicht gottergeben `guter Hoffnung` sein, sondern informiert, selbstbewußt und selbstbestimmend bei etwaigen Entscheidungsfindungen bei der Schwangerschaftsbetreuung und dem Geburtsverlauf beteiligt werden"
unterstütze ich aus diesem Grund nachhaltig.
Im Jahre 1988 haben Eltern, deren Kinder Geburtshilfeschäden davongetragen haben, sich zur Bundesinteressengemeinschaft Geburtshilfegeschädigter e.V. zusammengeschlossen. Die BIG ist eine Selbsthilfevereinigung an der Nahtstelle von Behindertenarbeit und Patientenschutz. Sie möchte den Informationsaustausch zwischen den Betroffenen fördern, sie über eventuelle Klagemöglichkeiten beraten und bietet Seminare an.
In meiner Arbeit als Behindertenbeauftragter des Landes Niedersachsen treffe ich immer wieder mit Menschen zusammen, deren Kinder einen Geburtshilfeschaden davongetragen haben. Ich begrüße es sehr, daß mit der BIG eine Organisation die Interessen dieser Menschen wahrnimmt und die Betroffenen ermutigt, Geburtsschäden, dort, wo sie auf medizinische Behandlungsfehler zurückzuführen sind, nicht als Schicksalsschlag hinzunehmen, sondern die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.
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